Vitamin D -Sonne

Vitamin D

Vitamin D gehört zur Gruppe fettlöslicher Vitamine und ermöglich dem Körper u.a. eine gute Absorption und Verwendung von Kalzium, Magnesium und Phosphat. Vitamin D wird zudem für viele weiter biologische Abläufe benötigt. Die wichtigsten Verbindungen dieser Gruppe sind Vitamin D3 (Cholecalciferol) und Vitamin D2 (Ergocalciferol).
Die beste natürliche Quelle für Vitamin D ist die Synthese von Cholecalciferol durch eine chemische Reaktion in der Haut, die von der Sonneneinstrahlung (insbesondere UVB-Strahlung) abhängt.
Cholecalciferol und Ergocalciferol können außerdem über die Nahrung und Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden. Nur wenige Lebensmittel, wie fetter (See-) Fisch, enthalten von Natur aus relevante Mengen an Vitamin D.
In manchen Ländern werden Kuhmilch und pflanzliche Milchersatzprodukte mit Vitamin D angereichert, ebenso wie viele Frühstückscerealien.
Pilze, die ultraviolettem Licht ausgesetzt werden, produzieren Vitamin D2.
Bei Ernährungsempfehlungen wird in der Regel davon ausgegangen, dass der gesamte Vitamin-D-Bedarf über Nahrung aufgenommen wird, da die Sonneneinstrahlung in der Bevölkerung zu unterschiedlich ist.

Vitamin D Synthese

Vitamin D, das mit der Nahrung oder durch Hautsynthese aufgenommen wird, ist biologisch inaktiv. Es wird durch zwei Protein-Enzym-Hydroxylierungsschritte aktiviert, der erste in der Leber, der zweite in den Nieren.
Cholecalciferol (D3) wird in der Leber in Calcifediol (25-Hydroxycholecalciferol) umgewandelt; Ergocalciferol (D2) wird in 25-Hydroxyergocalciferol umgewandelt. Diese beiden Vitamin-D-Metaboliten (25-Hydroxyvitamin D oder 25(OH)D genannt) werden im Serum gemessen, um den Vitamin-D-Status einer Person zu bestimmen.
Calcifediol wird von den Nieren und einigen Zellen des Immunsystems weiter hydroxyliert und bildet Calcitriol (1,25-Dihydroxycholecalciferol), die biologisch aktive Form von Vitamin D. Calcitriol zirkuliert als Hormon im Blut und spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Kalzium- und Phosphatkonzentration sowie bei der Förderung des gesunden Wachstums und des Umbaus der Knochen.
Calcitriol hat noch weitere Wirkungen, unter anderem auf das Zellwachstum, die neuromuskulären und immunologischen Funktionen und die Verringerung von Entzündungen.
Sonnenblume in der Sonne
Gesundheit der Knochen

Vitamin D spielt also eine wichtige Rolle in der Kalziumhomöostase und im Kalziumstoffwechsel.
Seine Entdeckung geht auf die Suche nach der Substanz zurück, die bei Kindern mit Rachitis (der kindlichen Form der Osteomalazie) fehlt. Vitamin-D-Ergänzungen werden zur Behandlung oder Vorbeugung von Osteomalazie und Rachitis verabreicht.
Bei Sportlern mit Vitamin-D-Mangel besteht ein erhöhtes Risiko für Stressfrakturen und/oder größere Brüche, insbesondere bei Kontaktsportarten.
Der größte Nutzen einer Supplementierung zeigt sich bei Sportlern, die einen Mangel (25(OH)D-Serumspiegel <30 ng/ml) oder einen schweren Mangel (25(OH)D-Serumspiegel <25 ng/ml) aufweisen. Mit steigenden 25(OH)D-Serumspiegeln wird eine zunehmende Verringerung des Risikos beobachtet, die bei 50 ng/ml ein Plateau erreicht, ohne dass bei höheren Spiegeln ein zusätzlicher Nutzen zu beobachten ist.

Einnahme von Vitamin D
Es gibt von Land zu Land unterschiedliche Empfehlungen zur Einnahme von Vitamin D. Durchaus verständlich, da abhängig von der Nähe zum Äquator, eine unterschiedlich hohe und lange Sonneneinstrahlungsdauer vorliegt.
Die schwedische Nationale Lebensmittelbehörde empfiehlt eine tägliche Zufuhr von 10 μg (400 IU) Vitamin D3 für Kinder und Erwachsene bis 75 Jahre und 20 μg (800 IU) für Erwachsene ab 75 Jahren.

Überschüssiges Vitamin D - Hypervitaminose
Eine Vitamin-D-Toxizität ist selten. Sie kann nur durch die Zufuhr zu hoher Vitamin-D-Dosen und nicht durch Sonnenlicht verursacht werden. Die Konzentrationen der in der Haut gebildeten Vitamin-D-Vorstufen erhalten ein natürliches Gleichgewicht.
Gespeichert wird Vitamin D hauptsächlich im Fett- und Muskelgewebe, geringere Mengen finden sich auch in der Leber. Die Speicherkapazität ist relativ groß und trägt so zur Vitamin-D-Versorgung im Winter bei oder ist die wesentliche Hauptquelle.

Vitamin D Bedarf decken durch Sonnenlicht
Ausreichende Mengen an Vitamin D können in Regionen mit ganzjährig ausreichend Sonne und im Sommer durch mäßige Sonnenbestrahlung gebildet werden.
Je dunkler die Haut und je schwächer das Sonnenlicht, desto mehr Zeit ist erforderlich. Eine Überdosierung von Vitamin D durch UV-Bestrahlung ist nicht möglich.

Vitamin D Herstellung
Vitamin D3 (Cholecalciferol) wird industriell hergestellt, indem 7-Dehydrocholesterol (ein Sterin) UVB- und UVC-Licht ausgesetzt und anschließend gereinigt wird.
Das 7-Dehydrocholesterol ist eine natürliche Substanz in Fischorganen, insbesondere in der Leber oder in Wollfett (Lanolin) von Schafen. Vitamin D2 (Ergocalciferol) wird auf ähnliche Weise hergestellt, wobei Ergosterol aus Hefe oder Pilzen als Ausgangsmaterial verwendet wird.
Vitamin D - Fisch

Wissenschaft und Studien

Niemand kann bestreiten, dass die biologische Bedeutung von Vitamin D weit über seine klassische Rolle im Knochenstoffwechsel hinausgeht. Mehrere neuere Veröffentlichungen haben seine potenzielle Rolle bei der Funktion des Immunsystems hervorgehoben.
Das übergeordnete Ziel dieser Studie war es, mögliche Zusammenhänge zwischen dem Vitamin-D-Spiegel und Entzündungsmarkern im Serum gesunder erwachsener Frauen zu untersuchen.

Ergebniss
Es gab keine signifikanten direkten Korrelationen zwischen den Serumspiegeln von Vitamin D und einem der gemessenen Entzündungsmarker. Allerdings wiesen Probanden mit unzureichenden Vitamin-D-Spiegeln und hohem CRP signifikant höhere Werte der proinflammatorischen Zytokine (TNF-α und IL-8) auf, als Probanden mit niedrigen CRP-Spiegeln und unzureichenden Vitamin-D-Spiegeln.
Darüber hinaus deuten die anti-inflammatorischen / proinflammatorischen Verhältnisse darauf hin, dass Vitamin D bei niedrigen CRP-Spiegeln eine Rolle bei der Aufrechterhaltung eines anti-inflammatorischen Milieus spielt.

Schlussfolgerung
Diese Daten deuten darauf hin, dass Vitamin D möglicherweise dazu beiträgt, dass die Zytokine in entzündlichen Situationen eine entzündungshemmende Rolle spielen.
Zytokine sind Zellsignalmoleküle, die für die Auslösung und Modulation aller Immunreaktionen unerlässlich sind. Sie zirkulieren in pikomolaren Konzentrationen und können als Reaktion auf immunologische Herausforderungen wie Entzündungen um fast das 1.000-fache ansteigen. Es ist bekannt, dass eine Gruppe dieser Zytokine in Entzündungssituationen dominiert (proinflammatorisch), während andere dazu dienen, die Entzündung zu verringern und die Heilung zu fördern (anti-inflammatorisch).
Klinisch wurde festgestellt, dass ein Vitamin-D-Mangel mit mehreren entzündlichen Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose, Typ-I-Diabetes und rheumatoider Arthritis in Zusammenhang steht, während eine Supplementierung mit Vitamin D die Zytokinprofile von Patienten mit chronischen Erkrankungen wie kongestiver Herzinsuffizienz, rheumatoider Arthritis und Osteoporose verbessert. Andere Berichte belegen auch eine schützende Rolle von Vitamin D bei der Verringerung der Wahrscheinlichkeit, eine entzündliche rheumatoide Arthritis zu entwickeln, sowie des Risikos bestimmter Infektionskrankheiten.
Alles in allem spricht die veröffentlichte Literatur dafür, dass der Vitamin-D-Status und seine Auswirkungen auf das Immunsystem weiter untersucht werden müssen.
Studie - Auszug und Übersetzung aus: Association between levels of vitamin D and inflammatory markers in healthy women

Vitamin D und entzündliche Erkrankungen
Zusammenfassung
Neben seiner entscheidenden Funktion für die Kalziumhomöostase wurde festgestellt, dass Vitamin D eine wichtige Rolle bei der Modulation des Immun-/Entzündungssystems spielt, indem es die Produktion von Entzündungszytokinen reguliert und die Vermehrung von entzündungsfördernden Zellen hemmt, die beide für die Entstehung von Entzündungskrankheiten entscheidend sind.
In mehreren Studien wurde ein niedriger Vitamin-D-Status mit einem erhöhten Risiko und einem ungünstigen Ausgang von akuten Infektionen in Verbindung gebracht. Eine Vitamin-D-Supplementierung verbessert die klinische Reaktion auf akute Infektionen.
Darüber hinaus weisen chronische Entzündungskrankheiten wie durch Atherosklerose bedingte kardiovaskuläre Erkrankungen, Asthma, entzündliche Darmerkrankungen, chronische Nierenerkrankungen, nichtalkoholische Fettlebererkrankungen und andere tendenziell einen niedrigeren Vitamin-D-Status auf, der möglicherweise eine Rolle bei der Pathogenese dieser Krankheiten spielt.
Studie - Auszug und Übersetzung aus:
Vitamin D and inflammatory diseases
Vitamine
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