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Rohkost-Ernährung - Rohkostdiät

Rohkost oder Rohkostdiät, ist eine Ernährungsweise, bei der ausschließlich oder überwiegend ungekochte und unverarbeitete Lebensmittel verzehrt werden.
Je nach Philosophie oder Art des Lebensstils und der gewünschten Ergebnisse kann die Rohkostdiät vegan oder vegetarisch sein, also eine Auswahl an Obst, Gemüse, Nüssen und Samen aber auch Eier, Milchprodukte, oder auch Fisch und Fleisch umfassen.
Wobei rohe tierische Produkte, von Milchprodukten mal abgesehen, nicht jedermanns Sache sind und eher die Ausnahme bei dieser Ernährungsform darstellen.
Die Ernährung kann auch einfach verarbeitete Lebensmittel umfassen, z.B. Käse und fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Kefir, Kombucha oder Sauerkraut, aber im Allgemeinen keine Lebensmittel, die pasteurisiert oder homogenisiert sind. Die Verwendung von Nahrungsmitteln die unter Gebrauch von Pestiziden, künstlichen Düngemitteln, Lösungsmitteln und Lebensmittelzusatzstoffen hergestellt wurden, wird vermieden.

Roh-Veganismus

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Eine rohe vegane Ernährung besteht aus unverarbeiteten, rohen pflanzlichen Lebensmitteln, die nicht über 48 °C erhitzt wurden.
Typische Lebensmittel in der Rohkosternährung sind Obst, Gemüse, Nüsse, Samen, Kräuter, Salat, gekeimtes Getreide und gekeimte Hülsenfrüchte.
Unter den Rohkost-Veganern gibt es Untergruppen wie z.B. die "Fruktarier". Fruktarier essen hauptsächlich oder ausschließlich Früchte, Beeren, Samen und Nüsse.

Rohkostdiät
Die zeitgenössische Rohkostdiät wurde in der Schweiz von Maximilian Bircher-Benner (1867-1939) entwickelt, der als junger Mann von der deutschen Lebensreformbewegung beeinflusst wurde, und eine Rückkehr zur "Natur" anstrebte. Bircher-Benner wandte sich schließlich der vegetarischen Ernährung zu, ging aber noch weiter und entschied, dass Rohkost das sei, was der Mensch wirklich essen sollte.
In seinem Sanatorium in Zürich wurde eine ausgewogene Ernährung mit rohem Gemüse und Obst als Mittel zur Heilung der Patienten eingesetzt - im Gegensatz zu den Ende des 19. Jahrhunderts verbreiteten Vorstellungen. Er empfahl gesunden Menschen, täglich etwa 50 % Rohkost zu sich zu nehmen, und Menschen mit schlechtem Gesundheitszustand, 100 % Rohkost zu essen.
Bircher-Benner forderte den Verzehr von Obst, Gemüse und Nüssen anstelle von Fleisch.
Jede Mahlzeit begann mit einem kleinen, von Bircher-Benner entwickelten Müsliteller, gefolgt von meist rohem Gemüse und einem Dessert.
Die Patienten durften während der Behandlung keinen Alkohol, Kaffee, Schokolade oder Tabak konsumieren. Bircher-Benner empfahl seinen Patienten auch Sonnenbäder, kalte Duschen und Heilbäder.
Frische Gemüse und Fruchtsaefte
Bei Rohkost zu verzehrende Lebensmittel
- Frische Früchte und Säfte
- Sämtliches rohes Gemüse und Säfte daraus
- Rohe Nüsse und Samen
- Rohe Körner und Hülsenfrüchte, gekeimt oder eingeweicht
- Getrocknete Früchte
- Nuss-Milch
- Rohe Nussbutter
- Kaltgepresste Oliven- und Kokosnussöle
- Fermentierte Lebensmittel wie Kimchi und Sauerkraut
- Meeresalgen
- Sprossen
Bei nicht veganer Ausrichtung
- Rohe Eier und Milchprodukte
- Rohes Fleisch und Fisch

Bei Rohkost zu vermeidende Lebensmittel
- Alle gekochten Produkte wie Gemüse, Fleisch, Körner u.a.
- Gebackene Produkte
- Geröstete Nüsse und Samen
- Raffinierte Öle
- Speisesalz
- Raffinierter Zucker und Mehl
- Pasteurisierte Produkte wie Säfte und Milchprodukte u.a.
- Kaffee, Tee und Alkohol
- Teigwaren, Gebäck und Chips
- Verarbeitete Lebensmittel und Snacks

TippsArgumente der Rohkostbefürworter
- Das Erhitzen von Lebensmitteln auf über 48 °C zerstört verdauungsfördernde Enzyme in rohen Lebensmitteln oder baut sie ab.
- Dass rohe Lebensmittel einen höheren Nährstoffgehalt haben als gekochte Lebensmittel.
- Dass bei hohen Temperaturen gekochte Lebensmittel, insbesondere Fleisch, schädliche Toxine enthalten können, darunter durch Erhitzen von Öl erzeugte Transfettsäuren, durch Frittieren erzeugtes Acrylamid, fortgeschrittene Glykationsendprodukte und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe.
Anmerkung: Auch Gesundheitsbehörden empfehlen, den Verzehr von zu heiß gegarten/gebratenen Lebensmitteln oder Fleisch zu reduzieren oder ganz zu vermeiden.

Argumente gegen (unreflektierte) Rohkost
- Bei der Planung einer roh-veganen Ernährung ist Vorsicht geboten, insbesondere bei Kindern, da die Versorgung mit Vitamin B12, und anderen Nährstoffen für ein heranwachsendes Kind bei einer rein roh-veganen Ernährung möglicherweise nicht ausreichend ist.
- Einige rohe Lebensmittel enthalten Stoffe, die die Aufnahme von Vitaminen und Nährstoffen stören, die Verdauung beeinträchtigen oder die Darmwände schädigen können.
- Rohe tierische Produkte können mit Bakterien kontaminiert sein, die durch Kochen zerstört würden.
Ernaehrungsumstellung
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