Artischocke mit Zitrone

Gemüse - Artischocke

Die Artischocke ist ein Distelgewächs und wurde schon 500 v. Chr. von den Ägyptern angebaut. In der Gegend um Karthago wurden sie im Altertum kultiviert. Der botanische Name Cynara ist auf die antike Bezeichnung "kynara" für stachelige Pflanzen zurückzuführen.
Im 18. Jahrhundert war die Artischocke bevorzugtes Gemüse französischer Edelleute. Ihr Verzehr galt als Zeichen von Reichtum und feiner Lebensart. Die französische Küche hat zudem, nicht zuletzt deshalb, die größte Auswahl an Artischockenrezepten hervorgebracht.
Der Anbau von Artischocken ist nur in wärmeren Ländern möglich, denn sobald die Temperaturen auf unter 5 °C absinken, kommt es zu Kälteschäden an den Pflanzen. Artischocken sind mehrjährig und benötigen einen guten Boden. Sie werden 1,20 m hoch (die Blütenstengel sogar 2 m) und beanspruchen viel Platz und Pflege. Die Blütenköpfe werden geerntet, solange sie noch geschlossen sind.

Artischocken - Anbau

Artischocke
Von allen europäischen Ländern (schwerpunktmäßig im gesamten Mittelmeerraum) baut Italien die meisten Artischocken an. Importe kommen aber auch aus Frankreich (Bretagne), Spanien, Ägypten, Israel, Algerien, Marokko, Türkei, Iran und USA. Bis auf den Hochsommer sind durchgehend Artischocken auf dem Markt. Am preisgünstigsten sind sie zur Hauptsaison im Herbst.
Die Ernte erfolgt zum günstigsten Zeitpunkt, wenn die Köpfe noch geschlossen sind. Übermäßig angetrocknete Blattspitzen sind ein Zeichen für zu lange Lagerung. Die Größe sagt nichts über die Qualität, denn es gibt frühe, kleine Sorten und späte, größere.
Artischocken kann man nur gekocht essen und der leicht bittere, herbe Geschmack ist nicht jedermanns Sache. Genießbar ist nur der Blütenboden und das am unteren Rand der Hüllblätter sitzende Fruchtfleisch.
Ein Inhaltsstoff der Artischocke, das Cynarin, ist ein Bitterstoff (erst 1954 entdeckt), welcher der Magenschleimhaut guttut und bei Erkrankungen der Leber heilend wirkt. Artischockensaft wird für Heilmittel und zur Herstellung eines bitteren Aperitifs verwendet. Die Stärke in der Artischocke kommt zum großen Teil in Form von Inulin (Präbiotika) vor und wird beim Kochen zu Fruchtzucker umgewandelt.

Artischocke zubereiten Zubereitung einer ganzen Artischocke

Artischocke waschen. Den Stiel unter dem Blattansatz abbrechen (!). Nicht wie oft fälschlich beschrieben abschneiden, da sonst unnötige Fasern im feinen Artischockenboden verbleiben. Schnittstelle mit Zitronensaft einreiben, damit sie sich nicht verfärbt. Unschöne Hüllblätter entfernen und die Spitzen der übrigen Blätter (Küchenschere) sowie die obere Spitze (Sägemesser) abschneiden. Zudem kann eine Zitronenscheibe mit etwas Schnur über die Stelle des entfernten Stengels gebunden werden. Dem Kochwasser Salz und Zitronensaft zufügen. Nach Belieben auch ein Lorbeerblatt und einige Pfefferkörner zugeben und etwa 30 Min. kochen, bis sich die (inneren) Bläter leicht lösen lassen.
Vor dem Servieren die inneren Spitzen entfernen und das auf dem Boden befindliche "Heu" (die Blütenblätter) mit einem Esslöffel herausschaben.
Artischocken können mit den Fingern gegessen werden, indem man die Blätter entfernt und mit dem fleischigen Schaft in etwas Sauce (z.B. Hollandaise) tunkt.

Artischocke Tee mit Mariendistel
Artischocke - Tee
Der in der Artischocke enthaltene Bitterstoff Cynarin stimuliert die Funktionen der Leber und Galle. Er wirkt verdauungsfördernd, um beispielsweise bei Völlegefühl zu entlasten. Zudem wird der Stoffwechsel angekurbelt und die Fettverbrennung gefördert.

Inhaltsstoffe - Artischocke pro 100 Gramm:
- Kohlenhydrate 11 g
- Ballaststoffe 5 g
- Proteine 3,3 g
Wintergemüse
Gemüse / Herbst und Winter
(Oktober bis März - Saison)

Grünkohl, Kürbis, Oliven, Rote Bete, Rotkohl, Sauerkraut, Schwarzwurzeln, Weißkohl, Wirsing
Ganzjährig:
Bambussprossen, Lauch, Linsen, Knoblauch, Meerrettich, Möhren, Sellerie, Zwiebel

Ethylen wird von einer Reihe von Früchten während des Reifeprozesses abgegeben und stimuliert den Reifevorgang.