Hartkäse ist besonders leicht
verdaulich, da einige Eiweißbestandteile durch den langen Fermentationsprozeß
bereits aufgeschlossen wurden. Das zeigt sich auch daran, dass
alter harter Käse keine Fäden zieht, sondern sofort schmilzt,
wenn er in heiße Speisen gegeben wird.
Hartkäse die längste Reifezeit aller Käsesorten, sie liegt,
je nach Sorte bei bis zu drei Jahren. Daher hat Hartkäse einen
kräftigen Geschmack und sein Aroma ist sehr intensiv.
Beim Alter, bei der Härte und bei den guten Kocheigenschaften
aber enden die Gemeinsamkeiten der hier vorgestellten Käsesorten.
Jeder ist ein Typ für sich, mit eigener Geschichte, Herstellung
und charakteristischem Geschmack.
Der Trockenmassegehalt von Hartkäse liegt bei mindestens 60%
und mindestens 45% Fett in der Trockenmasse.
In der Schweiz wird nochmal zwischen Hartkäse und Extrahartkäse
unterschieden. Extrahartkäse hat meist eine längere Reifezeit
(mindestens 18 Monaten) bis zur Konsumreife und drei Jahre bis
zur Vollreife.
Parmesan
Appenzeller
Cantal
Kaschkawal
Manchego
Morbier
Provolone
Pyrenäen-Käse
Pecorino
Sbrinz
Käse servieren

Im frühen Mittelalter wurde dieser berühmte
Ostschweizer Käse als Abgabe an das Kloster St. Gallen geliefert.
Auch heute noch wird er, wie der entfernt verwandte Emmentaler
und andere Bergkäse aus roher Vollmilch hergestellt, allerdings
weniger fest ausgekäst. Während der vier- bis sechsmonatigen
Reifezeit werden die 6 bis 8 kg schweren Käselaibe immer wieder
mit einer nach alten Familienrezepten hergestellten Flüssigkeit,
der "Sulz" aus Wein, Salz, Pfeffer und Kräutern, gewaschen.
Appenzeller ist ein Schnittkäse mit einem Gehalt an Trockenmasse
von etwa 60 % und einem Fettgehalt von 50 % (was demnach einem
tatsächlichen Fettgehalt von 30 g auf 100 g entspricht). Er
hat nur wenige kirschkerngroße Löcher und eine dunkle, braungraue,
leicht feuchte Rinde. Das herb-würzige Aroma verstärkt sich
mit zunehmendem Alter. Er sollte nicht mit anderen Käsesorten
zusammen aufbewahrt werden.
An den Hängen des Massif Central in der Auvergne
wird Cantal hergestellt. Charakteristisch sind die großen,
trommelförmigen Laibe (in frischem Zustand auch "tomme" genannt),
als Cantal bis zu 50 kg schwer, als Cantalet mit 8-10 kg. In
bäuerlichen Betrieben wird er aus kuhwarmer Milch hergestellt
("type fermier"), in Molkereien meist aus pasteurisierter Milch
("type laitier").
Cantal hat eine grauweiße, mehlige Rinde, schnittfester, elfenbein-
bis buttergelber Teig, ohne Löcher, der bei älteren Käsen
leicht bröckelig wirkt. Er schmeckt würzig, voll und hat etwa
45 % Fett in der Trockenmasse.

Auf dem Balkan und in Osteuropa sind Käse
dieses Typs heimisch (rumänisch: Cascaval; ungarisch: Kaskaval;
bulgarisch: Kaskaval; jugoslawisch: Kackavali). Sie werden ursprünglich
und auch heute noch zumeist aus Schafmilch, gelegentlich auch
mit Ziegen- und Kuhmilch gemischt oder nur aus Kuhmilch hergestellt.
Man nennt ihn auch "Brühkäse", weil die rohe Milch zuerst
zu "Kasch" (einer Art Frischkäse) verarbeitet, dann vorgereift
und schließlich mit Hilfe von heißem Wasser plastisch gemacht
und durchgeknetet wird, ehe er zwei bis drei Monate reift.
Kaschkawal aus Schafmilch hat einen fast weißen, gut schnittfähigen,
aber manchmal fast etwas krümeligen Teig und eine dünne, gelbliche
Rinde. Er schmeckt leicht pikant und etwas salzig. Kaschkawal
mit oder ausschließlich aus Kuhmilch ist milder und gelblicher.
Manchego
Manchego ist ein Käse (span. Queso), der in der spanischen
Region La Mancha, aus der Milch von Schafen der Manchega-Rasse
hergestellt wird. Er wird zwischen 60 Tagen und 2 Jahren gereift.
Manchego hat eine feste und kompakte Konsistenz und eine butterartige
Textur, die oft kleine, ungleichmäßig verteilte Luftblasen
enthält. Die Farbe des Käses variiert von weiß bis elfenbeinfarben
und die ungenießbare Rinde von gelb bis bräunlich-schwarz.
Der Käse hat einen ausgeprägten, gut entwickelten, aber nicht
zu starken, cremigen und leicht pikanten Geschmack, der einen
für Schafsmilch typischen Nachgeschmack hinterlässt. Die Bezeichnung
"Queso Manchego" ist im Rahmen des spanischen Klassifizierungssystems
"denominación de origen" geschützt, und die Europäische Union
hat dem Käse den Status einer geschützten Ursprungsbezeichnung
verliehen.

Ein schwarzer Streifen aus pulverisierter Holzkohlenasche
kennzeichnet diesen Käse aus dem französischen Jura. Diese
Rußschicht bindet Feuchtigkeit im Teig und gibt dem Käse ein
besonders frisches Aroma.
Die dünne, trockene Rinde, die leicht gelb gefärbt wird, darunter
ein glatter, gut schnittfähiger, blaßgelber Teig mit mildem
Geschmack. 45-50 % Fett Fett in der Trockenmasse.

Käse dieses Typs werden schon lange in Italien
hergestellt, zuerst wahrscheinlich in Süditalien und zwar ausschließlich
aus roher Kuhmilch. Für den Provolone wird die frische, festgewordene
Käsemasse mit heißem Wasser oder Molke noch einmal "gebrüht"
und anschließend so lange geknetet, bis sie sich zu langen
Fäden ausziehen lässt (Fachleute sprechen von "Filata"-Käsen,
zu denen auch vor allem auf der Pizza verspeiste Mozzare gehört).
Diese Käsemasse lässt sich beliebig formen, es gibt lange
Walzen, birnen- und kugelförmige Provoloni, im Gewicht von
300 Gramm bis zu 20 Kilogramm. Die dünne, weiße bis gelbliche
Rinde wird durch Wachs- oder Paraffinüberzug, manchmal auch
mit durchsichtiger Folie geschützt.
Je nach Alter und Form tragen die Provoloni verschiedene Namen
wie Provolette und Cacetti.
Der Teig ist elastisch-fest, hat kaum Löcher, schmeckt jung,
mild und frisch, mit zunehmendem Alter wird er dunkler und fester
und dabei auch pikanter. Er enthält 45% Fett in der Trockenmasse.
Ursprünglich ein harter Schafkäse mit hellbrauner
Rinde (ähnlich dem spanischen Manchego), kräftig-würzig und
unterschiedlich im Geschmack, je nach Herkunft. Heute besteht
Pyrenäenkäse aus Kuhmilch mit einer schwarzen Wachsschicht
überzogen.
Dunkelgelber, gut schnittfester Teig mit "Schlitzlöchern"
und buttrigem, kräftigem, aber mildem Geschmack.
Käse servieren
Käse sollte ca. eine Stunde vor dem Servieren aus dem Kühlschrank
genommen werden, damit er seinen vollen Geschmack entfalten
kann. Aus geschmacklichen und optischen Gründen ist das Anrichten
auf Holz, Marmor, Glas oder Keramik zu empfehlen.
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Frische Kräuter harmonieren nicht nur hervorragend mit Käse, sie bringen auch viele Gerichte zur Vollendung und werden gerne als Dekoration verwendet.