Protein, umgangssprachlich auch
Eiweiß genannt, ist nicht nur lebensnotwendig, weil es den Körperzellen
beim Aufbau dient, durch ausreichende Eiweißzufuhr werden auch
die geistigen Kräfte und weitere Ressourcen erhalten.
Das Eiweiß in Rezepten (Eiklar) und das Eiweiß in der Ernährungswissenschaft
haben nur den Namen gemeinsam. Zwar ist in Eiklar auch Protein
enthalten, doch das Eiweiß, von dem hier die Rede ist, ist einer
der Grundnährstoffe, aus denen sich unsere Nahrung zusammensetzt,
neben Kohlenhydrate, Fett,
und weiteren Stoffen.
Tierisches
Protein
Erheblicher Eiweißmangel kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen, aber auch zu einseitige Ernährung mit zu viel Eiweiß gilt als ungesund. Wissenschaftler haben errechnet, dass ein erwachsener Mensch täglich 1 Gramm reines Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht braucht, um voll leistungsfähig zu sein. Das tägliche Eiweiß-Bilanzminimum (das ist die Menge Eiweiß, die der Körper braucht, um seine abgestorbenen Zellen zu ersetzen) liegt bei 20 bis 30 Gramm Eiweiß pro Tag.
Bei Säuglingen, Kindern und Heranwachsenden ist der Bedarf wesentlich höher: Ein Säugling braucht drei Gramm Eiweiß pro Kilo Körpergewicht, ein einjähriges Kind 2,4 Gramm, ein zehnjähriges 1,8 und ein Achtzehnjähriger 1,5 Gramm. Denn im Wachstum werden pausenlos neue Zellen aufgebaut.
Im Alter können wir das zugeführte Eiweiß
nicht mehr vollständig verwerten, doch um die Aktivität
des Geistes und des Körpers zu erhalten und um altersbedingtem
Muskelschwund vorzubeugen ist Eiweiß unabdingbar.
Protein findet sich in tierischen und pflanzlichen
Nahrungsmitteln. Die Qualität der einzelnen Eiweißstoffe
ist unterschiedlich, wobei tierisches Eiweiß wertvoller
ist als pflanzliches. Man unterscheidet vollwertiges (meist
tierisches) und nicht vollwertiges (meist pflanzliches)
Eiweiß. Protein gerinnt beim Erhitzen und bei Einwirkung
von Säure (Milchgerinnung).
Wo ist viel Protein enthalten?
Tierischen und pflanzliche Eiweißlieferanten (in Klammern
der Eiweißanteil in Gramm pro 100 Gramm des jeweiligen
Nahrungsmittels)
Eiweiß vom Tier:
- Bündner Fleisch (39 g)
- Hühnerbrust
(37 g)
- Magerkäse (37 g)
- Emmentaler (27 g)
- Lachsschinken (25 g)
- Lammkotelett (21,1
g)
- Heilbutt (21 g)
- Kalbshaxe (20,3 g)
- Schweineleber (20,1 g)
- Kabeljau (19 g)
- Magerquark (17 g)
- Hüttenkäse (15 g)
- Joghurt (4,8 g)
- Vollmilch (3,1 g)
Eiweißgehalt
in Pflanzen:
- Hefe-Extrakt (42 g)
- Sojamehl (37 g)
- Erdnüsse (27 g)
- Linsen (24 g)
- Erbsen (22 g)
- Weiße Bohnen (21 g)
- Mandeln (18 g)
- Walnüsse (15 g)
- Haferflocken (14 g)
- Vollkornbrot (8 g)
- Cornflakes (8 g)
- Reis (7 g)
- Spinat (2,5 g)
- Kartoffeln (2 g)
Die biologische Wertigkeit von
Protein gibt an, wie effizient der Körper das Protein zum
Aufbau körpereigener Proteine nutzen kann. Die Skala reicht
von 0 bis 100, wobei 100 der höchsten biologischen Wertigkeit
entspricht.
Die biologische Wertigkeit von Proteinen aus verschiedenen
Quellen:
Protein aus Ei: 100 Prozent
Protein aus Milch: 80-90 Prozent
Protein aus Rindfleisch:
75-90 Prozent
Protein aus Käse: 70-90
Prozent
Protein aus Hanfsamen:
ca. 75 Prozent
Protein Nüsse und Samen:
65-75 Prozent
Protein aus Reis: ca. 70 Prozent
Die biologische Wertigkeit von Hülsenfrüchten reicht von
45 bei Linsen über 50 bis 65 bei Bohnen und Erbsen bis
hin zu 80 bei Sojabohnen.
An diesen Richtwerten kann man leicht erkennen,
dass tierisches Eiweiß wertvoller ist als pflanzliches.
Der Grund dafür ist die Eiweißzusammensetzung (Aminosäuren-Kombination)
von tierischem Eiweiß. Es ist dem des menschlichen Körpers
ähnlicher. Dazu kommt, dass wir mehr pflanzliches Eiweiß
essen müssen als tierisches, um den gleichen Nähreffekt
zu erzielen.
Daran ist zu erkennen, dass das Aminosäuren-Profi pflanzlicher
Eiweiß-Träger wie Bohnen und Linsen etc. stark davon profitiert,
wenn in der Mahlzeit auch tierisches Eiweiß enthalten
ist. Was sich in der althergebrachten Zubereitung manifestiert
hat, indem in Gerichten mit Hülsenfrüchten
auch häufig Speck oder Fleischstücke zu finden sind.
- Zur Kalorientabelle /
Protein