Mastzellstabilisatoren

Natürliche Mastzellstabilisatoren

Zu den natürlichen Mastzellstabilisatoren zählen sekundäre Pflanzenstoffe wie Quercetin, Luteolin und Curcumin, aber auch Vitamin D, Schwarzkümmelöl und andere. Diese Substanzen können die Freisetzung von Histamin aus Mastzellen reduzieren und allergische Reaktionen oder systemische Histaminreaktionen lindern. Auch eine histaminarme Ernährung und die Unterstützung des Darmmikrobioms können dazu beitragen, die Mastzellaktivität zu beruhigen.
Quercetin
Luteolin
Curcumin
Vitamin C

Was sind Mastzellen?

Mastzellen sind Immunzellen, die in unseren Schleimhäuten (zum Beispiel in Nase, Lunge und Darm) sowie in der Haut sitzen. In ihrem Inneren tragen sie sog. Granula (Speichervesikel), die mit entzündungsfördernden Botenstoffen wie Histamin reagieren können. Bei einer Körperreaktion auf z. B. Umwelteinflüsse setzen sie Botenstoffe wie Histamin frei.
Bei einer Fehlregulation wie dem Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS), einer Überregulation wie bei Allergien, oder Unverträglichkeiten, werden die Mastzellen jedoch zu leicht und zu häufig aktiviert.
Die Folge sind mitunter Symptome wie:
- Juckreiz, Nesselsucht, Rötungen, Fließschnupfen, Niesen und Asthma.
- Bauchkrämpfe, Blähungen und Durchfall.
- Kopfschmerzen, Migräne und "Brain Fog" (Gehirnnebel).
- allgemeine Müdigkeit und Erschöpfung.
Gewürze

Die beliebtesten natürlichen Mastzellstabilisatoren

Die folgenden Substanzen haben sich in Studien oder durch langjährige traditionelle Anwendung als wirksam bei der Beruhigung von Mastzellen erwiesen. Bei regelmäßiger Einnahme können sie die Reaktionsschwelle des Immunsystems anheben.

Quercetin
Quercetin ist ein pflanzlicher Farbstoff (Flavonoid), der in vielen Obst- und Gemüsesorten vorkommt. Es wird auch als "natürliches Antihistaminikum" bezeichnet, seine Hauptwirkung liegt jedoch in der Stabilisierung der Mastzellen. Quercetin hilft dabei, die Mastzellmembran zu stabilisieren und verhindert, dass unkontrolliert Calcium in die Zelle strömt. Dies ist ein entscheidender Schritt, um die Freisetzung von Histamin zu verhindern.
Natürliche Quellen:
Äpfel (mit Schale!), Zwiebeln, Kapuzinerkresse, Brokkoli, grüner Tee, Beeren (besonders Heidelbeeren und Preiselbeeren).
Quercetin wird aus der Nahrung ohne die entsprechenden Begleitfaktoren eher schlecht aufgenommen. Für eine therapeutische Wirkung werden daher oft Nahrungsergänzungsmittel verwendet, häufig in Kombination mit Vitamin C und Öl, was die Aufnahme natürlich auch bei den folgenden Lebensmitteln verbessert.

Lebensmittel
Gehalt (ca. mg/100g)
Kapuzinerkresse > 100
Liebstöckel 70
Buchweizen 60
Äpfel (mit Schale) 10-40
Rotkohl 30
Brokkoli 30
Preiselbeeren 15
Heidelbeeren 15
Zwiebeln (rot) 15
Grünkohl 12

Kleine Apfelsorte
Luteolin
Luteolin hemmt nicht nur die Histaminfreisetzung, sondern auch die Produktion entzündlicher Botenstoffe wie TNF-alpha und IL-6. Es überwindet die Blut-Hirn-Schranke und ist daher mitunter auch gegen neuroinflammatorische Symptome wie "Brain Fog" wirksam.
Luteolin ist wie Quercetin eher fettlöslich und schwer wasserlöslich.
Resorptions-Trick:
Es sollte im Anschluss an eine fettreiche Mahlzeit eingenommen werden.
Als Nahrungsergänzung ist es in Form von liposomalen Präparaten oder Kapseln, die Öl enthalten, besser bioverfügbar. Es wirkt synergistisch mit Quercetin, weshalb es empfehlenswert ist, beide zu kombinieren.

Lebensmittel
Gehalt (ca. mg/100g)
Sellerie (Stangen) 20-50
Artischocken 20
Petersilie (frisch) 10
Rucola 8
Oliven (grün) 7
Karotten 5
Thymian (frisch) 5
Orangen 3
Kohl 2
Paprika 1.5

Lebensmittel mit Luteolin
Curcumin
Curcumin ist der Wirkstoff aus Kurkuma und ein extrem potenter Entzündungshemmer, der nachweislich die Mastzellaktivierung und Histaminfreisetzung unterdrückt. Piperin (aus Pfeffer) hemmt den schnellen Abbau von Curcumin und kann dessen Bioverfügbarkeit erheblich steigern. Curcumin ist ebenso fettlöslich. Es sollte daher immer mit Öl/Fett eingenommen werden, beispielsweise in Currys mit Kokosmilch oder zum Essen. Durch Phospholipid-Komplexe mit Bindung an Lecithin kann die Absorption massiv verbessert werden.

Vitamin C
Vitamin C (Ascorbinsäure) ist ein essenzieller Cofaktor für viele Körperfunktionen und ein starkes Antioxidans. Es trägt zum Abbau von bereits freigesetztem Histamin bei und unterstützt gleichzeitig die Stabilisierung der Mastzellen. Ein Vitamin-C-Mangel kann zu erhöhten Histaminspiegeln führen.
Natürliche Quellen:
Acerola-Kirsche, Hagebutte, Paprika, Brokkoli, Zitrusfrüchte (Vorsicht, diese können je nach Verträglichkeit selbst Histamin freisetzen). Für Menschen mit MCAS oder schweren Allergien sind magenfreundliche Formen wie liposomales Vitamin C oft besser verträglich.

Fazit
Bei starken Beschwerden, wie sie beim Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) auftreten, kann die Einnahme von hochwertigen Extrakten, wie beispielsweise Quercetin-Phospholipid-Komplex oder liposomales Luteolin, in Kombination mit den beschriebenen ergänzenden Einnahmekombinationen sinnvoll sein, um therapeutische Dosen zu erreichen, die mit der Ernährung allein schwer zu erzielen sind.
Die passende Ernährung ist eine unterstützende Strategie. Bei schweren Erkrankungen ersetzt sie jedoch keine medikamentöse Therapie. Sie kann die Reaktionsschwelle der Mastzellen zusätzlich anheben und das System resilienter machen.
Die individuelle Verträglichkeit steht an erster Stelle. Bei Unklarheiten hilft ein Ernährungstagebuch, in das neue Lebensmittel / Reaktionen eingetragen werden.
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