Eine Eliminationsdiät beruht auf der Basis
von Versuch und Irrtum, um spezifische Allergien und Unverträglichkeiten
zu ermitteln. Wenn die Symptome nach dem Entfernen eines Lebensmittels
aus der Ernährung verschwinden, wird das Lebensmittel in der
Regel wieder eingeführt, um zu sehen, ob die Symptome wieder
auftauchen. Dieser Ansatz hat sich als sinnvoll erwiesen, wenn
die Symptome schubweise auftreten oder unklar sind.
Das Konzept der Eliminationsdiät wurde erstmals 1926 von Dr.
Albert Rowe vorgeschlagen und in seinem 1941 veröffentlichten
Buch "Eliminationsdiäten und Allergien des Patienten"
näher erläutert.
Lebensmittelallergie
Eine Lebensmittelallergie ist definiert als eine immunologische
Überempfindlichkeit, die am häufigsten auf Lebensmittelproteine
in Ei,
Milchprodukte,
Meeresfrüchte,
Schalentiere,
Nüsse,
Soja,
Weizen und
Erdnüsse
anspricht.

Der biologische Reaktionsmechanismus ist durch eine erhöhte
Produktion von IgE-Antikörpern (Immunglobulin E) gekennzeichnet.
Zu hohe Werte können auf allergisches Asthma, Pollenallergie,
Neurodermitis oder Parasitenbefall und weitere Zusammenhänge
hindeuten.
Lebensmittelunverträglichkeit
Bei einer Lebensmittelunverträglichkeit hingegen wird das Immunsystem
des Betroffenen nicht aktiviert. Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit
unterscheidet sich von einer Nahrungsmittelallergie oder einer
chemischen Sensibilität, da sie im Allgemeinen eine normale
Portionsgröße erfordert, um Symptome hervorzurufen, die einer
IgE-Immunreaktion ähneln.
Nahrungsmittelunverträglichkeiten können zwar mit einer Nahrungsmittelallergie
verwechselt werden, doch geht man davon aus, dass sie ihren
Ursprung im Magen-Darm-Trakt haben.
Ein gängiges Beispiel für eine Nahrungsmittelunverträglichkeit
ist die Laktoseintoleranz.
Diagnose
Lebensmittelallergien werden in erster Linie durch eine sorgfältige
Anamnese und Untersuchung diagnostiziert. Wenn die Reaktionen
unmittelbar nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel auftreten,
ist die Diagnose einfach und kann durch sorgfältig durchgeführte
Tests wie den Hautpricktest und einem allergenspezifischen IgE-Test
zum Nachweis spezifischer IgE-Antikörper gegen bestimmte Lebensmittelproteine
und Allergene dokumentiert werden.
Bei Verwendung des Hautpricktest kann es zu falsch-positiven
Ergebnissen kommen, wenn die Diagnose eines bestimmten Nahrungsmittelallergens
schwer zu stellen ist. Dies kann durch den Ausschluss des verdächtigen
Lebensmittels oder Allergens von der Ernährung bestätigt werden.
Anschließend wird unter ärztlicher Aufsicht evtl. erneut ein
Test durchgeführt.
Wenn sich die Symptome nach zwei- bis vierwöchigem Verzicht
auf das Protein nicht ändern, ist eine Lebensmittelallergie
als Ursache unwahrscheinlich, und es sollten andere Ursachen,
wie z. B. eine Lebensmittelunverträglichkeit, untersucht werden.
Diese Methode der Ausschluss- und Provokationstests ist die
Grundlage der Eliminationsdiät.
Lebensmittelunverträglichkeiten und
Zusatzstoffe
Nahrungsmittelunverträglichkeiten aufgrund pharmakologischer
Effekte und als Reaktion auf künstliche Zusatzstoffe sind häufiger
als Nahrungsmittelallergien. Sie können durch verschiedene
Mechanismen ausgelöst werden, einschließlich enzymatischer
oder medikamentenbedingter Wechselwirkungen.
Solche Unverträglichkeiten sind schwieriger zu diagnostizieren,
da einzelne Lebensmittelchemikalien weit verbreitet sind und
in einer ganzen Reihe von Lebensmitteln vorkommen können.
Der Verzicht auf jedes einzelne dieser Lebensmittel wäre für
die Diagnose der Empfindlichkeit wenig hilfreich. Natürliche
Chemikalien wie Benzoate und Salicylate, die in Lebensmitteln
vorkommen, sind identisch mit künstlichen Zusatzstoffen in
der Lebensmittelverarbeitung und können die gleiche Reaktion
hervorrufen. Da ein spezifischer Bestandteil nicht ohne weiteres
bekannt ist und die Reaktionen oft bis zu 48 Stunden nach der
Einnahme verzögert auftreten, kann es schwierig sein, verdächtige
Lebensmittel zu identifizieren.
Hinzu kommt, dass Chemikalien häufig eine Dosis-Wirkungs-Beziehung
aufweisen, so dass das Lebensmittel nicht jedes Mal die gleiche
Reaktion auslöst.
Dokumentation
Während der Eliminationsdiät werden Aufzeichnungen über alle
verzehrten Lebensmittel, eingenommenen Medikamente und Symptome
geführt, die bei den Patienten auftreten können. Die Betroffenen
werden darauf hingewiesen, dass sich in den ersten Wochen der
Eliminationsdiät die Symptome mitunter zunächst verschlimmern
können, bevor sie sich beruhigen.
Während der Diät reagieren manche Patienten empfindlich auf
Dämpfe und Gerüche, die ebenfalls Symptome verursachen können.
Es wird empfohlen, solche Belastungen zu vermeiden, da dies
die Eliminations-Verfahren erschweren kann.
Erdölprodukte, Farben, Reinigungsmittel aber auch Parfüm und
Rauch sollten während einer Eliminationsdiät gemieden werden.
Die klinische Besserung tritt in der Regel innerhalb von 2 bis
4 Wochen ein; wenn sich nach strikter Einhaltung der Eliminationsdiät
und der auslösenden Faktoren keine Veränderung einstellt,
ist es unwahrscheinlich, dass eine Nahrungsmittelunverträglichkeit
die Ursache ist.
Eine "normale Ernährung" kann wieder aufgenommen
werden, indem verdächtige und eliminierte Lebensmittel oder
chemische Lebensmittelgruppen nach und nach wieder eingeführt
werden. Die Menge wird schrittweise bis zu normalen Mengen über
einen Zeitraum von 3 bis 7 Tagen erhöht, um zu sehen, ob sich
die Reaktionen verschlimmern, bevor das betreffende Lebensmittel
evtl. dauerhaft wieder in den Speiseplan aufgenommen wird.
Belastungstest
Ein Belastungstest wird erst dann durchgeführt, wenn alle Symptome
nach einer mindestens zweiwöchigen Eliminationsdiät fünf
Tage lang verschwunden sind oder sich deutlich verbessert haben.
Es können zunächst Tests mit dem Allergen wie mit Weizen und/oder
Milch durchgeführt werden, gefolgt von Perioden mit naheliegenden
kritischen Lebensmitteln, gefolgt von Lebensmittelzusatzstoffen.
Bei zweifelhaften Ergebnissen werden die Tests wiederholt. Erst
wenn alle Tests abgeschlossen sind, wird eine Behandlungsdiät
festgelegt. Bei dieser Diät werden nur die Stoffe eingeschränkt,
auf die man reagiert hat, und im Laufe der Zeit wird versucht,
sie zu liberalisieren.
Manchmal können Lebensmittelallergie und -unverträglichkeit
gleichzeitig auftreten, mit Symptomen wie Asthma, Ekzemen und
Rhinitis. In solchen Fällen wird die Eliminationsdiät für
Nahrungsmittelunverträglichkeiten zur Untersuchung der Ernährung
eingesetzt.
Fazit: