Die Buteyko-Methode wurde nach
ihrem Begründer, dem Arzt und Wissenschaftler Konstantin Pawlowitsch
Buteyko, benannt und wurde bereits in den 1950er Jahren entwickelt.
Die zentrale Annahme der Buteyko-Atemtechnik ist, dass viele Menschen
unbewusst zu flach und zu häufig atmen, was zu einem Mangel an
CO2 im Körper führen kann. Dieser Mangel kann zu einer Reihe
von gesundheitlichen Problemen wie Bluthochdruck, Asthma, Schlafstörungen,
Angstzuständen u.a. führen.
Durch die bewusste Verringerung des Atemvolumens soll der Kohlendioxidgehalt
im Blut stabilisiert und die Sauerstoffverwertung im Gewebe verbessert
werden.
Nasenatmung
Bewusstes Atmen durch die Nase statt durch den Mund. Ziel
ist es, die Atmung zu verlangsamen und zu reduzieren. Sanft
durch die Nase einatmen, ohne zu tief einzuatmen. Langsam
und kontrolliert ausatmen - ebenfalls durch die Nase. Kurze
Atempausen einlegen, um den Atemrhythmus zu regulieren.
Bei dauerhafter oder überwiegender Mundatmung besteht die
Gefahr, dass zu viel Kohlendioxid ausgeatmet wird. Ein Überschuss
an Sauerstoff hat keine gesundheitlichen Folgen, aber ein
(chronischer) Mangel an Kohlendioxid oder ein falsches Verhältnis
kann den Energiestoffwechsel beeinträchtigen.
Übungen zum Atemanhalten
Kontrolliertes Anhalten des Atems nach der Ausatmung zur Erhöhung
des CO2 Spiegels für eine verbesserte Toleranz.
Umstellung von Brust- auf Bauchatmung (Zwerchfellatmung).
Die Kontrollpause
Die Kontrollpause ist ein einfacher Test zur Beurteilung des
allgemeinen Gesundheitszustands und der Atmung.
- Setzen Sie sich hin und nehmen Sie eine aufrechte Haltung
ein.
- Atmen Sie normal ein und aus (der Atem sollte nicht spürbar
sein).
- Nun die Nase zuhalten. Die Lungen sollten weitgehend leer
sein, aber nicht völlig ohne Luft. Das Zuhalten der Nase
ist notwendig, damit keine Luft in die Atemwege gelangt.
- Nun die Zeit messen, wieviele Sekunden Sie bequem die Luft
anhalten können, bevor Sie wieder einatmen müssen.
- Nase loslassen und normal weiter atmen durch die Nase.

Dies ist kein Test dafür, wie lange man die Luft mit Willenskraft
anhalten könnte, sondern nur, bis man den ersten körperlichen
Drang zum Atmen verspürt. Der erste Atemzug nach der Kontrollpause
sollte nicht größer sein als der letzte Atemzug vor der
Messung.
Wenn Sie nach der Messung der Kontrollpause tief einatmen
müssen, ist dies ein Zeichen dafür, dass der Atem zu lange
angehalten wurde.
Der Kontroll-Pause-Test
Der Kontroll-Pause-Test (KPT) dient zur Bestimmung des Atemvolumens
und der Kohlendioxid-Toleranz im Blut. Kohlendioxid wird im
Blut benötigt, um Muskeln und Organe mit Sauerstoff zu versorgen.
Übermäßiges Atmen verringert den Kohlendioxidgehalt und
damit die Sauerstoffversorgung des Körpers. Wenn die Kontroll-Pause
zu niedrig ist, entspricht das Atemvolumen nicht dem Stoffwechselbedarf
des Körpers, was zu einer Zunahme der mit Hyperventilation
verbundenen Symptome führen kann.
Wenn der KPT-Wert unter 20 Sekunden liegt, ist es nicht unwahrscheinlich,
dass (regelmäßig) Symptome wie z.B. Kurzatmigkeit, Müdigkeit
und Schlafstörungen auftreten. Je näher der KPT bei 40 Sekunden
liegt, desto besser sind Atemvolumen und Stoffwechselbedarf
aufeinander abgestimmt und desto besser ist die Sauerstoffversorgung
des Körpers.
Bei mehr als 40 Sekunden liegt eine sportliche Kapazität
vor.
Mithilfe der Buteyko-Methode kann man die Kontrollpause so
lange verlängern, bis die mit der Überatmung verbundenen
Symptome verringert oder ganz beseitigt werden. Anwender berichten,
dass sie bei jeder Verlängerung der Kontrollpausen um fünf
Sekunden deutliche Veränderungen in ihrer Gesundheit und
Lebensfreude feststellen.

Physiologische Wirkungen der
Buteyko-Methode
Das Hauptziel der Methode ist die Verbesserung des Bohr-Effekts,
ein physiologischer Mechanismus, der beschreibt, dass Sauerstoff
effizienter an die Zellen abgegeben wird, wenn der CO2-Gehalt
im Blut ausgeglichen ist.
Darüber hinaus kann ein erhöhter CO2-Gehalt die Bronchien
erweitern, die Durchblutung verbessern und den Parasympathikus
aktivieren, was zu einer allgemeinen Entspannung führt.
Buteyko-Atmung bei Asthma
In den britischen Leitlinien für die Behandlung von Asthma
heißt es, dass die Buteyko-Methode in Betracht gezogen werden
kann, um Patienten bei der Kontrolle ihrer Asthmasymptome
zu helfen. Dies ist bemerkenswert, da dies die einzige ergänzende
Therapie ist, die in den britischen Asthma-Leitlinien empfohlen
wird.

Übersichts-Studie
"Die meisten randomisierten kontrollierten Studien (RCTs)
zur Buteyko-Atemtechnik zeigten einen signifikanten Rückgang
des Gebrauchs von Beta-2-Agonisten, während einige eine Verbesserung
der Lebensqualität oder einen Rückgang des Gebrauchs von
inhalativen Kortikosteroiden feststellten. Soweit Meta-Analysen
durchgeführt werden konnten, erbrachten sie Hinweise auf
einen Nutzen von Yoga, Buteyko-Atemtechnik und physiotherapeutisch
angeleitetem Atemtraining bei der Verbesserung der asthmabezogenen
Lebensqualität."
Zur
Studie: Atemtraining bei der Behandlung von Asthma

Buteyko-Atmung und das individuelle
Angstniveau
Die Buteyko-Atemtechnik kann dazu beitragen, das Angstniveau
bei Menschen mit Angststörungen zu senken. Die Buteyko-Technik
reduziert Ängste, indem sie dabei hilft, die Atmung nachhaltig
zu kontrollieren. Diese Atemübungen können bei ausreichender
Anwendung dazu beitragen, die Herzfrequenz und den Blutdruck
zu senken und sich ruhiger und weniger gestresst zu fühlen.
Chronische Hyperventilation
Wenn (subtile) Hyperventilation zur Gewohnheit wird, kann
sie zu einer Überaktivierung des Sympathikus führen, wodurch
der Körper in einen dauerhaften Zustand der Dämpfung und
Erschöpfung gerät. Das Sympathikus-System ist Teil des vegetativen
Nervensystems. Er sorgt für eine Leistungssteigerung und
wird normalerweise in Stress- und Notfallsituationen aktiviert.
Unter seinem Einfluss erhöht sich u.a. die Herz- und Atemfrequenz,
der Blutdruck steigt und die Skelettmuskulatur wird angespannt
und gut durchblutet.
Viele der durch die Buteyko-Methode beeinflussten Symptome
überschneiden sich mit denen einer (dauerhaften) sympathischen
Überaktivierung.
Nervensystem:
Schwindel, Benommenheit, Konzentrationsstörungen, Gehirnnebel,
Kribbeln in Händen und Füßen, Ohnmacht. Herz-Kreislauf-System:
niedriger Blutdruck, Herzstolpern, unregelmäßiger Herzschlag.

Psyche:
Antriebslosigkeit, Müdigkeit, depressive Verstimmung, erhöhte
Reizbarkeit, Ängstlichkeit.
Schlaf:
Einschlafstörungen, nächtliches Erwachen, nicht erholsamer
Schlaf, Alpträume.
Verdauung: Vermehrter Harndrang,
nächtliche Toilettengänge, Durchfall oder Verstopfung.
Allgemeine Symptome:
Chronische Müdigkeit, allgemeine Schwäche, trockene und
juckende Haut.

Fazit
Eine unterschwellige Hyperventilation führt zu einem erhöhten
Atemvolumen, das den Körper belastet und die Gesundheit und
das Wohlbefinden in vielerlei Hinsicht beeinträchtigt.
Wenn übermäßige Atmung zur Gewohnheit wird, hat der Körper
Schwierigkeiten, mit dem Ungleichgewicht der Blutgase umzugehen
und jedes Organ im Körper kann davon betroffen sein.
Individuelle Betreuung:
Bei Bedarf hilft regelmäßige und individuelle Unterstützung,
um auf dem eingeschlagenen Weg zu bleiben.

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