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Ballaststoffe

   
Alle pflanzlichen Nahrungsmittel enthalten neben den eigentlichen Nährstoffen, für uns Menschen unverdauliche Bestandteile, Zellulose und ähnliche Stoffe, die als Fasern und Schalen das "Gerüst" der Pflanze bilden. Besonders reichlich sind diese Stoffe in den Randschichten der Getreidekörner, Nüsse und Samen enthalten. Sie wurden seit Urzeiten mitgegessen, weil die technischen Möglichkeiten fehlten, sie zu entfernen.
Mit der Entwicklung der Nahrungsmitteltechnik entstand im 19. Jahrhundert auch die Ernährungswissenschaft, für die zunächst einmal die "reinen" Nährstoffe, die sogenannten Bausteine des Lebens: Fette, Eiweiß und Kohlenhydrate, interessant waren.
Das Unverdauliche wurde zum überflüssigen "Ballast".
  Ballaststoffe

Erst nach und nach entdeckte man, daß man sich mit der Nahrung nicht nur reine Energie (gemessen in Kalorien) zuführen darf, sondern auch Vitamine, Mineralien und andere lebensnotwendige (essentielle) Stoffe, und daß unser Körper die Nahrung nur richtig auswerten und gesund bleiben kann, wenn alle Stoffe im ausgewogenen Verhältnis zueinander in der Nahrung vorkommen. Die wichtige Erkenntnis, daß Ballaststoffe, vor allem die aus den Randschichten von Getreidekörnern, zu den essentiellen Nahrungsbestandteilen gehören, ist also noch relativ jung.

Ist leicht verdauliches auch bekömmlich?

In unseren Küchen, vor allem bei der Kinder- und Krankenkost, herrscht immer noch die jahrzehntealte, aber falsche Vorstellung "Was leicht verdaulich ist, ist auch bekömmlich". Weißbrot und Zwieback kann z. B. kann von der Verdauung schneller aufgeschlossen und resorbiert werden als dunkles Brot oder Vollkornbrot. Das weiße Mehl aber enthält gegenüber dem vollen Korn (bzw. dem daraus hergestellten dunklen Mehl) nur noch Spuren der lebenswichtigen Vitamine und Mineralstoffe und manche fehlen komplett.
Das bedeutet: Die Energie aus solchen Nahrungsmitteln steht sehr schnell zur Verfügung und wird, wenn sie nicht direkt in Bewegung/Verbrauch umgesetzt wird, als Fett deponiert, und man ist sehr schnell wieder hungrig (siehe auch-> GLYX).
Zudem muß sich der Körper die nicht vorhandenen Vitamine und Mineralstoffe anderweitig beschaffen oder es kommt zu Mangelzuständen, die über längere Zeit hinweg zu Stoffwechselstörungen führen und "emährungsabhängige" Krankheiten wie Diabetes, Gicht, Rheuma, Herz- und Kreislaufschäden verursachen können. Weitere leicht verdauliche aber "leere" Kalorien sind Zucker und Alkohol.

Beim Getreidekorn finden wir gerade in den Randschichten eine Vielzahl von wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen. 300 g Vollkornbrot beispielsweise kann 40 Prozent des Tagesbedarfs an dem besonders wichtigen Vitamin B1 decken. Das Angenehme ist, daß man von diesen vollwertigen Nahrungsmitteln mehr essen kann, weil die darin enthaltenen Kohlenhydrate nicht restlos ausgewertet werden. 100 Gramm Kleie beispielsweise enthalten zwar insgesamt rund 350 Kalorien, aber der Körper nimmt davon nicht einmal die Hälfte auf.

Reine Ballaststoffe sind also unverdaulich, aber in den richtigen Mengen genossen sehr bekömmlich und lebenswichtig. Sie regen die Verdauung an, fördern die Bildung von nützlichen bzw. hemmen die Entwicklung von schädlichen Darmbakterien. Sie sorgen für ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl und nehmen gleichzeitig auch schädliche Stoffe auf, die (wie z. B. Cholesterin) mit ausgeschieden werden.

Fazit: Wer ballaststoffreiche Nahrung bevorzugt, kann im Vergleich mehr essen ohne direkt zuzunehmen, als jemand, der "konzentrierte" Nahrung zu sich nimmt. Außerdem werden mit ballaststoffreicher Nahrung auch Vitamine, Mineralien und Enzyme aufgenommen, die der Körper für einen gut funktionierenden Stoffwechsel braucht.

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