
Wein Frankreich / St-Emilion |
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Das alte Städtchen Saint-Emilion ist das kleine ländliche
Juwel des Bordelais mit Binnen- und Hochlandatmosphäre, römischen Ursprungs
und von Kellern unterhöhlt.
St-Emilion erzeugt einen vollmundigen Rotwein. Bevor sich mancher mit dem trockenen und feinen Médoc-Wein anfreunden kann, findet er Geschmack am kräftigen, ansprechenden St-Emilion. Im allgemeinen erreicht er seine Vollendung etwas schneller als MédocWeine, nicht jedoch so schnell wie die Pomerols. Es gibt zwei Hauptgebiete in St-Emilion, wenn man einmal die weniger bedeutsamen Lagen im Flußtal und die Gemeinden im Osten und Nordosten der Stadt die ihren Namen führen dürfen, außer Betracht läßt. Eine Gruppe von Châteaux liegt an der Grenze zur Gemarkung Pomerol auf der sandigen und kieshaltigen Hochebene. Das bekannteste Weingut dieses Bezirks und der Gemeinde St-Ernilion überhaupt ist Château Cheval Blanc. |
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Wie das nahegelegene Château
Pétrus in Pomerol erzielt er die gleichen beeindruckenden
Preise wie erste Sorten des Médoc. Unter
den Nachbarweingütern des Cheval Blanc kommt Château Figeac dessen
Qualität sehr nahe. Châteaux La Tour-du-Pin Figeac und La Dominique
sind ebenfalls hervorragend.
Die zweite und größere Gruppe, die Côtes St-Emilion umsäumen die Ausbuchtung, in der die Stadt liegt. Am abfallenden Rand des Plateaus kann man sehen, daß der weiche, aber kompakte Kalkstein, aus dem die Keller herausgearbeitet sind, nur mit einer recht dünnen Schicht Erdreich bedeckt ist. Die Côtes-Weine mögen zwar nicht so fruchtig sein wie die Graves-Weine von der Hochebene (den Namen Graves, tragen sie wegen ihres Kiesbodens), doch finden sich darunter die vollmundigsten und edelsten Bordeauxweine. Gewöhnlich enthalten sie ein Volumenprozent Alkohol mehr als der Wein aus dem Médoc. Alkalischer (also kalkhaltiger) Boden, so sagt man, verleiht dem Wein Stärke, dort kommt ihm außerdem noch die Südhanglage zugute. Ein anderer Vorzug der Côtes-Châteaux gegenüber den Graves-Lagen ist ihre relative Unempfindlichkeit gegen Frost. Um das Château Cheval Blanc herum kann schon eine kleine Bodenvertiefung als Becken wirken, in dem sich in klaren Winternächten frostkalte Luft sammelt. Die Châteaux Canon, Magdelaine, La Gaffeliere, Pavie und Clos Fourtet zählen unbestritten zu den Spitzenlagen der Côtes. Das für den Weinfreund erfreuliche an St-Emilion ist aber die große Zahl weiterer Weingüter, die trotz bescheidenem Ruf einen überaus genußreichen, doch verhältnismäßig erschwinglichen Wein liefern, dessen Wert und Charakter an die Premier Cru-Lagen von Beaune, Pomerol und Volnay heranreicht. St-Emilion ist nicht so klassifiziert wie der Médoc, sondern hat (1954) seine Lagen lediglich als Prerniers Grands Crus und Grands Crus eingestuft. In die erste Kategorie kamen 11 Weingüter, mit Cheval Blanc und Ausone an der Spitze, in die zweite Kategorie kamen 73 Weingüter. |
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