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Statt endlos dürrer Sommer gibt es viel Niederschlag,
einen langen Frühling und Herbst. Der Wein ist entsprechend weniger
kräftig und interessanter als anderer spanischer Wein, fein und von
süßer Wärme, die seine spanische Herkunft verrät. Das Anbaugebiet gliedert
sich in drei Bereiche, die sich topographisch und nach Höhenlage unterscheiden.
Die Gegenden weiter flußaufwärts, Rioja Alta und Rioja Alavesa, sind
kühler und feuchter.
Rioja Alta hat die leichtesten und besseren Weine, in Alavesa wächst
ein etwas kräftigerer Rotwein. Rioja Baja hat mehr ein mediterranes
Klima. Seine Weine haben einen höheren Alkoholgehalt und werden nur
für die billigeren Rioja-Verschnitte verwendet oder unvermischt als
vino corriente getrunken. Auch die Böden sind in den Anbauzonen von
unterschiedlicher Beschaffenheit, was sich wiederum auch auf Art und
Charakter der Weine auswirkt. Entscheidend jedoch für das geschmackliche
Profil des Riojaweines sind - ähnlich wie in Bordeaux - die zur Erzeugung
verwendeten Rebsorten und ihre jeweiligen Verschnittanteile.
Bei den Rotweinen bestimmen drei bis vier Sorten das innere Gefüge des
Weines. Die Sorte Tempranillo wird am häufigsten verwendet, von ihr
erhält der rote Rioja Körper, Säure und damit auch seine Haltbarkeit.
Die Garnacho liefert vor allem Weine mit hohem Alkoholgehalt.
Die Mazuelo-Trauben sind besonders farb- und extraktintensiv, so daß
sie für die lange Lagerung der Weine in Eichenholzfässern eine wichtige
Funktion übernehmen.
Die Graciano schließlich, ergibt zwar keine alkoholreichen, dafür angenehm
aromatische Weine.
Gemeinsam bilden die Rebsorten die Grundlage für rubinrote, bukettreiche
Weine von einer Harmonie, die zwar über viel Geschmackssubstanz und
einen entsprechenden Körper verfügen, selten jedoch übermäßig schwer
ausfallen.
Um sich für das Herkunftszertifikat Rioja zu qualifizieren, muß eine
Bodega (Weingut, Weinkeller) hinreichend groß sein. Die großen Bodegas
arbeiten ähnlich wie die Sherry-
Häuser. Zusätzlich zu den selbstangebauten Trauben, kaufen sie Trauben
bei anderen Weinbauern auf und erzeugen einen Verschnittwein nach Art
des Hauses. Lagebezeichnungen findet man häufig auf Rioja-Flaschen,
wie z.B. Viña Tondonia, Zaco, Paceta, Pomal sind bekannte Namen.
Doch werden sie als bloße Markennamen für die besseren Sorten der Weinfirmen
benutzt. Für die trockeneren Weine werden Bordeaux-, für die volleren
Burgunderflaschen verwendet. Clarete ist ein sehr heller Rotwein.
Im großen und ganzen erzeugt man diese Weine so, wie es im 19. Jahrhundert
in Bordeaux üblich war und geht davon aus, daß sie mehrere Jahre im
Faß lagern müssen (einfacher Wein zwei oder drei Jahre, Reservas bis
zu zehn Jahren), damit ihre Dunkelheit und Fruchtigkeit gezähmt und
durch die fast braungelbe Färbung und den leichten Vanillegeschmack
der Eichenfässer ersetzt wird.
In Spanien (wo Rotwein meist dunkel wie Tinte ist) sind diese Weine
sehr beliebt - leicht und glatt, wie sie bei der langen Holzlagerung
werden.
Nach heutiger französischer Auffassung müßten sie früher abgefüllt werden,
damit sie, solange sie noch recht fruchtig sind, ihr Bukett in der Flasche
entwickeln können.
Teils werden die weißen Rioja-Weine für vier oder fünf Jahre im
Faß gelagert. Erst wenn sie rund, goldfarben und von der Oxydation ziemlich
flach geworden sind, betrachtet man sie als ausgebaut, während man sie
vorher, wenn sie herrlich kernig sind und das Format eines Rhône-Weißweins
erreichen könnten, eher für zu jung hält.
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