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Wein Spanien / Rioja

   
Der Rioja hat schon seit langem einen hohen Stellenwert auf den Weinkarten der guten Restaurants in Spanien und anderswo. Möchte man einen besonderen roten Wein, dann ist der Rioja der Burgunder Spaniens. Von Rioja ist es nicht weit bis Bordeaux. Nach einer Reblausinvasion vor über hundert Jahren wanderten von dort viele französische Winzer nach Spanien aus. Sie fanden in Rioja zwar andere Bedingungen, aber dennoch die Voraus- setzungen, um einen guten Wein anzubauen. Dann holte die Reblaus sie ein und sie zogen wieder in ihre Heimat, ließen aber französische Methoden und Ideen zurück.
Rioja hat den ausgeprägten Charakter einer Berglandschaft. Gegen Norden von der Sierra de Cantabria abgeschirmt, finden sich sehr gute Lagen auch noch 500 Meter über dem Meeresspiegel.
  Rioja

Statt endlos dürrer Sommer gibt es viel Niederschlag, einen langen Frühling und Herbst. Der Wein ist entsprechend weniger kräftig und interessanter als anderer spanischer Wein, fein und von süßer Wärme, die seine spanische Herkunft verrät. Das Anbaugebiet gliedert sich in drei Bereiche, die sich topographisch und nach Höhenlage unterscheiden. Die Gegenden weiter flußaufwärts, Rioja Alta und Rioja Alavesa, sind kühler und feuchter.
Rioja Alta hat die leichtesten und besseren Weine, in Alavesa wächst ein etwas kräftigerer Rotwein. Rioja Baja hat mehr ein mediterranes Klima. Seine Weine haben einen höheren Alkoholgehalt und werden nur für die billigeren Rioja-Verschnitte verwendet oder unvermischt als vino corriente getrunken. Auch die Böden sind in den Anbauzonen von unterschiedlicher Beschaffenheit, was sich wiederum auch auf Art und Charakter der Weine auswirkt. Entscheidend jedoch für das geschmackliche Profil des Riojaweines sind - ähnlich wie in Bordeaux - die zur Erzeugung verwendeten Rebsorten und ihre jeweiligen Verschnittanteile.
Bei den Rotweinen bestimmen drei bis vier Sorten das innere Gefüge des Weines. Die Sorte Tempranillo wird am häufigsten verwendet, von ihr erhält der rote Rioja Körper, Säure und damit auch seine Haltbarkeit.
Die Garnacho liefert vor allem Weine mit hohem Alkoholgehalt.
Die Mazuelo-Trauben sind besonders farb- und extraktintensiv, so daß sie für die lange Lagerung der Weine in Eichenholzfässern eine wichtige Funktion übernehmen.
Die Graciano schließlich, ergibt zwar keine alkoholreichen, dafür angenehm aromatische Weine.
Gemeinsam bilden die Rebsorten die Grundlage für rubinrote, bukettreiche Weine von einer Harmonie, die zwar über viel Geschmackssubstanz und einen entsprechenden Körper verfügen, selten jedoch übermäßig schwer ausfallen.
Um sich für das Herkunftszertifikat Rioja zu qualifizieren, muß eine Bodega (Weingut, Weinkeller) hinreichend groß sein. Die großen Bodegas arbeiten ähnlich wie die Sherry- Häuser. Zusätzlich zu den selbstangebauten Trauben, kaufen sie Trauben bei anderen Weinbauern auf und erzeugen einen Verschnittwein nach Art des Hauses. Lagebezeichnungen findet man häufig auf Rioja-Flaschen, wie z.B. Viña Tondonia, Zaco, Paceta, Pomal sind bekannte Namen.
Doch werden sie als bloße Markennamen für die besseren Sorten der Weinfirmen benutzt. Für die trockeneren Weine werden Bordeaux-, für die volleren Burgunderflaschen verwendet. Clarete ist ein sehr heller Rotwein.
Im großen und ganzen erzeugt man diese Weine so, wie es im 19. Jahrhundert in Bordeaux üblich war und geht davon aus, daß sie mehrere Jahre im Faß lagern müssen (einfacher Wein zwei oder drei Jahre, Reservas bis zu zehn Jahren), damit ihre Dunkelheit und Fruchtigkeit gezähmt und durch die fast braungelbe Färbung und den leichten Vanillegeschmack der Eichenfässer ersetzt wird.
In Spanien (wo Rotwein meist dunkel wie Tinte ist) sind diese Weine sehr beliebt - leicht und glatt, wie sie bei der langen Holzlagerung werden.
Nach heutiger französischer Auffassung müßten sie früher abgefüllt werden, damit sie, solange sie noch recht fruchtig sind, ihr Bukett in der Flasche entwickeln können.
Teils werden die weißen Rioja-Weine für vier oder fünf Jahre im Faß gelagert. Erst wenn sie rund, goldfarben und von der Oxydation ziemlich flach geworden sind, betrachtet man sie als ausgebaut, während man sie vorher, wenn sie herrlich kernig sind und das Format eines Rhône-Weißweins erreichen könnten, eher für zu jung hält.

 
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