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Wein / Madeira

   
Eine Gruppe vulkanischer Inseln etwa 600 Kilometer vor der marokkanischen Küste, die man in der Antike die Verzauberten Inseln nannte, heißen heute Madeira, Porto Santo und Desertas-Inseln. Madeira ist die größte Insel dieses kleinen Archipels.
Seit über 500 Jahren gehört sie zu Portugal.
Vom Rand des Meeres bis gut halb hinauf zu dem fast 2000 Meter hohen Gipfel ist Madeira fortlaufend terrassiert und mit kleinen Rebparzellen, Zuckerrohrkulturen und Blumengärten überzogen.
Seit vier Jahrhunderten ist der Wein das Haupterzeugnis der Insel. Der naturreine Wein fällt jedoch keineswegs so aus, wie dies die prächtigen Weinberge versprechen lassen.
Er hat eine saure Note, mit der man sich nicht so leicht anfreunden kann. Wie der Portwein, mußte auch Madeira auf einen gute Verschnittkünstler warten, der ihn exportfähig macht.
  Madeira

Madeira Karte / Weinberge

Es waren der Branntwein (zum Stoppen der Gärung, um ihn süß zu halten) und das Herumreisen als Ballast, was den Madeira schuf. Eine lange Seereise mit einer zweimaligen Überquerung des Äquators würde kein schlechter Wein überstehen, doch fand man heraus, daß so der entsetzlich langsame Reifungsprozeß des Madeira in einen Galopp verwandelt wurde.
Heute setzt man den Madeira nicht mehr langen Schiffsreisen, sondern einer Feuerprobe aus. Eine der tropischen Hitze ähnliche Wirkung wird dadurch erzielt, daß man den Wein lange Zeit auf 50 und mehr Grad Celsius erwärmt: Vier bis fünf Monate bleibt er in diesen Wärmeöfen (estufas). Kommt er heraus, hat er den charakteristischen Karamelgeschmack.
Den heutigen Madeira unterscheidet man nach der Traubensorte aus der er jeweils erzeugt wird.
Es gibt vier Sorten, die etwa verschiedenen Süßegraden entsprechen. Die Süße wird nicht von der Rebsorte, sondern von der Menge und dem Zeitpunkt des Branntweinzusatzes bestimmt. Der süßeste und wahrscheinlich auch beste ist der Malmsey. Es ist ein dunkelbrauner Wein, sehr blumig, süß und voll, doch mit einer herben Note und einem leichten Beigeschmack nach gebranntem Zucker, wie ihn jeder Madeira hat.
Der Bual-Madeira ist leichter und nicht ganz so süß wie der Malmsey aber durchaus auch ein Dessertwein.
Der Verdelho ist eine Spur weniger süß als der Bual - ein weicher und mundiger Wein, dessen leichter Honiggeschmack und ausgeprägte Rauchigkeit, gleichermaßen für ein Aperitiv wie auch als Dessertwein geeignet sind.
Sercial, der trockenste Wein Madeiras, wächst in den höheren Lagen und wird als letzter gelesen. Wie der Riesling, reift sie spät, ist nicht sehr ergiebig und liefert einen guten Wein. Er ist kräftiger als ein Fino-Sherry, dennoch ein hervorragender Aperitif.
Funchal ist der größte Weinbaubezirk und auch Sitz der Madeira-Häuser.
Zu den Namen, die früher auf Etiketten erschienen und noch heute gelegentlich zu finden sind, zählen Camara (oder Cama) de Lobos und Campatiario, zwei berühmte Weindörfer an der Südküste.
Heute hat sich der Madeira-Markt von Amerika und England nach Skandinavien, Frankreich und Deutschland verlagert. Vor langer Zeit schon entdeckten die Franzosen seine einzigartigen Qualitäten als Kochwein, dessen Raffinesse ihn vorzüglich zur Verfeinerung von Soßen eignet.

 
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