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Ananas

   
Ananas ist die Scheinfrucht einer 80 bis 100 cm hohen Staude und eine der ersten Früchte, die aus den fernen Tropen nach Europa importiert wurden. Spanische und portugiesische Seefahrer waren von der köstlichen Frucht, der "nana meant", wie die Ureinwohner von Paraguay sie nennen, so begeistert, daß sie sie als Proviant auf ihren Reisen mitnahmen. Schon ein halbes Jahrhundert später wurde die Ananas in fast allen tropischen Ländern, die durch Schiffe erreicht wurden, angebaut und gegessen.
Im 17. Jahrhundert begannen die ersten Anbauversuche unter Glas in Europa und 1703 wurde die erste reife Ananas in einem Glashaus auf einem Gut in Schlesien geerntet.
Die für die damalige Zeit wahrlich schnelle Karriere verdankt die Ananas der Tatsache, daß sie von der Natur mit einer besonderen Vitalität ausgestattet wurde. Die Ananas gehört zur Familie der Bromelingewächse und bildet wie alle Mitglieder dieser Familie zunächst eine Rosette aus spitzen, stacheligen Blättern.
  Ananas
Aus der Rosette sprießt unter Kulturbedingungen schon im ersten Jahr der Blütenschaft mit über hundert blauvioletten Einzelblüten und krönendem Blattschopf. Die Blüten sind unfruchtbar, trotzdem verwachsen sie mit dem Stengel zu der bekannten, saftigen Scheinfrucht. Die Vermehrung geschieht durch Seitensprossen und durch den Blattschopf, der unter günstigen Bedingungen schnell wurzelt.
Die idealen Wachstumsbedingungen für Ananas liegen bei Temperaturen zwischen 22 und 29 °C. Heute gibt es große Ananaskulturen auf Hawaii und Taiwan für Konserven. Frische Ananas kommt zu uns aus Afrika (Elfenbeinküste, Kenia) und aus Brasilien. Hauptsaison ist vom Oktober bis zum Frühsommer.
 
Neben den Vitaminen A, B, und C enthält die frische Ananas Bromelin, ein einweißspaltendes Ferment, das fördernd auf die Verdauung wirkt, und sich gut zur Unterstützung von Diäten eignet.
Bekannt ist auch die Baby-Ananas, die hauptsächlich aus Südafrika stammt. Ihr Geschmack ist süßer und oft aromatischer als der ihrer großen Schwester. Babyananas sind vor allem zum Dekorieren beliebt.
  Babyananas / Scheibe

 

Der richtige Umgang mit Ananas

Beim Einkauf erkennt man die Reife an der Schalenfarbe (sie muß gelblich- oder rötlich-braun sein), am intensiven Ananasduft und durch einen Drucktest (das Fruchtfleisch sollte bei leichtem Druck nachgeben).
Reife Früchte bald verbrauchen oder im Gemüsefach des Kühlschranks druckfrei lagern.
Unreife Früchte kann man bei Zimmertemperatur nachreifen lassen.
Ananas, deren Kerntemperatur (bei Transport oder Lagerung) über einen Zeitraum von mehr als 12 Stunden unter 7 °C gelegen hat, tragen oft einen Kälteschäden davon, was sich durch Bräunung des Fruchtfleisches zeigt.
Aus einer Durchschnittsananas von ca. 1000 g erhält man ca. 450 g Fruchtfleisch.
Frische Ananas ist besonders vorteilhaft, wenn sie mit Fleisch kombiniert wird. Denn nur frische Ananas besitzt das Ferment Bromelin, das Eiweiß spaltet und die Verdauung anregt.
Bromelin verhindert, daß Gelatine fest wird. Darum immer Dosenananas verwenden, wenn ein Rezept Gelatine vorschreibt.

 
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