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Protein ist eine Sammelbezeichnung für die in
der Natur vorkommende Vielfalt an Eiweißstoffen, welche wiederum
verschiedenartig und äußerst kompliziert aus Aminosäuren
zusammengesetzt sind. Neben dem stetigen Verbrauch kann der menschliche
Körper eine Reihe von Aminosäuren nicht selbst aufbauen. Wir sind
deshalb darauf angewiesen, uns diese Aminosäuren durch Eiweiß ständig
zuzuführen. Als reine Energiespender können sich Fett, Kohlenhydrate
und Eiweiß gegenseitig ersetzen, als Baustoff für den Organismus ist
Eiweiß unersetzlich. Die kleinsten Bausteine in der Natur sind bekanntlich
die Atome. Sie setzen sich zu Molekülen zusammen, Die Protein-Moleküle
sind die größten, die es überhaupt gibt. So ein Riesenmolekül besteht
aus rund 20 Bausteinen, die ebenfalls Moleküle sind, aus den Aminosäuren.
Aus ihnen baut der Körper seine Zellen auf, von denen pro Sekunde mehrere
Millionen sterben. Fehlt in unserer Nahrung das Eiweiß und mit ihm die
Aminosäuren, dann kommt es zu einer Eiweißkalorien-Unterernährung.
Erheblicher Eiweißmangel kann das Leben kosten, aber
auch einseitige Eiweißüberernährung kann ungesund sein. Wissenschaftler
haben errechnet, daß ein erwachsener Mensch täglich 1 Gramm reines Eiweiß
pro Kilogramm Körpergewicht braucht, um voll leistungsfähig zu sein.
Das tägliche Eiweiß-Bilanzminimum (das ist die Menge Eiweiß, die der
Körper braucht, um seine abgestorbenen Zellen zu ersetzen) liegt bei
20 bis 30 Gramm Eiweiß pro Tag.
Bei Säuglingen, Kindern und Heranwachsenden ist der
Bedarf wesentlich höher: Ein Säugling braucht drei Gramm Eiweiß
pro Kilo Körpergewicht, ein einjähriges Kind 2,4 Gramm, ein zehnjähriges
1,8 und ein Achtzehnjähriger 1,5 Gramm. Denn im Wachstum werden pausenlos
neue Zellen aufgebaut.
Je älter wir werden, desto mehr Eiweiß müssen wir essen,
denn im Alter können wir das Eiweiß nicht mehr vollständig ausnutzen.
Man braucht mehr Eiweiß, um die nachlassende Aktivität des Geistes und
des Körpers zu steigern und um altersbedingtem Muskelschwund vorzubeugen.
Protein findet sich in tierischen und pflanzlichen
Nahrungsmitteln. Die Qualität der einzelnen Eiweißstoffe ist unterschiedlich,
wobei tierisches Eiweiß wertvoller ist als pflanzliches. Man unterscheidet
vollwertiges (meist tierisches) und nicht vollwertiges (meist pflanzliches)
Eiweiß. Protein gerinnt beim Erhitzen und bei Einwirkung von Säure (Milchgerinnung).
Wo überall findet man Eiweiß?
Die wichtigsten tierischen und pflanzlichen Eiweißlieferanten (in den
Klammern der Eiweißanteil in Gramm in je 100 Gramm des jeweiligen Nahrungsmittels):
Eiweiß vom Tier: Bündner Fleisch (39),
Hühnerbrust (37), Magerkäse (37), Rehrücken (28,2), geräucherte Truthahnbrust
(27), Emmentaler (27), Lachsschinken (25), Ochsenzunge (24,3), mageres
Comed Beef (22), Beefsteakhack (22), geräucherter Schellfisch (21,2),
Lammkotelett (21,1), Heilbutt (21), Kalbskopf (21), Kalbshaxe (20,3),
Schweineleber (20,1), Kabeljau (19), Magerquark (17), Hüttenkäse (15),
Joghurt (4,8), Vollmilch (3,1).
Eiweiß von Pflanzen:
Hefe-Extrakt (42), Sojamehl (37), Erdnüsse (27), Linsen (24), gelbe
Erbsen (22), weiße Bohnen (21), Mandeln (18), Walnüsse (15), Haferflocken
(14), Nudeln (13), Graupen (10), Knäckebrot (10), Vollkornbrot (8),
Weißbrot (8), Cornflakes (8), Reis (7), Spinat (2,5), grüne Bohnen (2,2),
Kartoffeln (2).
Beispiele der biologischen
Wertigkeit:
Protein aus dem Ei: 91 Prozent, aus der Milch: 74 Prozent, aus Käse:
72 Prozent, aus Rindfleisch: 70 Prozent, aus Reis: 68 Prozent, aus Weizenmehl:
41 Prozent, aus Gelatine: 22 Prozent.
An diesen Richtwerten kann man leicht erkennen, daß
tierisches Eiweiß wertvoller ist als pflanzliches. Der Grund dafür:
Die Eiweißzusammensetzung (Aminosäuren-Kombination) von tierischem Eiweiß
ist der des menschlichen Körpers ähnlicher. Dazu kommt, daß wir mehr
pflanzliches Eiweiß essen müssen als tierisches, um den gleichen Nähreffekt
zu erzielen.
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