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Korn

   
Flüssiges Brot nennt man gelegentlich das Bier, dabei hätte der Kornschnaps diesen Beinamen viel eher verdient. In einer einzigen 0,7-Liter-Flasche 38prozentigen Korns stecken nämlich rund 15.500 Weizenkörner. Bei diesem Verbrauch an Getreide ist es kein Wunder, daß die meisten Brennereien in den deutschen Kornkammern zu Hause sind, also vor allem in West- und Norddeutschland.
Buchweizen und Hafer spielen bei der Korn-Herstellung keine Rolle mehr, Gerste nur als Gerstenmalz beim Vergären der Maische. 80 bis 90 Prozent des Korns werden heute aus Weizen gebrannt, der Rest ist Roggenkorn oder das Destillat aus einem Gemisch beider Getreidesorten. Weizenkorn ist zarter und milder im Geschmack, der Roggenkorn kräftig und würzig. Doch nicht allein die Getreideart bestimmt den Wohlgeschmack der Spirituose, auch mit Hilfe von Gerstenmalz kann man ihn beeinflussen.
  Kornschnaps

Um einen Kornschnaps brennen zu können, muß das Korn aufbereitet werden, das heißt die Stärke muß in Zucker umgewandelt werden. Dazu weicht man die Getreidekörner zunächst in heißem Wasser ein, erhitzt sie unter Druck im sogenannten Dämpfer und füllt den Getreidebrei dann in den Maischbottich. Die Getreidekörner sind jetzt aufgeschlossen. Die Umwandlung ihrer Stärke in Zucker bewirkt das Gerstenmalz, das man nun untermischt und das auch - je nach Dosierung - den Korngeschmack mitprägt.
Wenn die Malz-Enzyme ihr Werk beendet haben, muß der Getreidebrei noch einmal umgefüllt werden, in den geschlossenen Gärbottich. Hefe verwandelt jetzt den Zucker in Alkohol und Kohlensäure. Diese sogenannte reife Maische enthält nicht mehr Alkohol als ganz normaler Wein. Anschließend wird der Alkohol wird herausdestilliert. Der erste Brand, der Rohbrand, ist auch beim Korn (wie bei allen anderen Schnäpsen) nicht gut genug. Deshalb wird noch einmal destilliert, es entsteht der Feinbrand, der zwar ganz rein, aber zum Trinken viel zu hochprozentig ist und deshalb mit entmineralisiertem Wasser verdünnt wird.

Korn & Doppelkorn

Vom Grad der Verdünnung hängt es ab, wie sich das Getränk nennen darf: 32 Volumenprozent Alkohol sind das gesetzlich vorgeschriebene Minimum. Ein 32prozentiger Korn darf sich z. B. auch Kornbrandwein, Weizen- oder Roggenkorn nennen. Wenn ein Korn allerdings Doppel-Korn oder Kornbrand heißen will, muß er mindestens 38 Volumenprozent Alkohol enthalten. (Mehr als 42 Prozent sind beim Korn nicht üblich.)

Trinktemperatur

Korn trinkt man zwar kalt, aber nicht eisgekühlt. Dem 32prozentigen würden so niedrige Temperaturen auch nicht bekommen denn er gefriert bei minus 16 °C.

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