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Kirschwasser

   
Von allen deutschen Obstbränden hat das Kirschwasser wohl die älteste Tradition. Das traditionsreichste kommt aus Süddeutschland, nämlich dem Schwarzwald.
Schwarzwälder Kirschwasser ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung. Die besten Kirschen für diesen Brand wachsen vor allem auf den granit- und porphyrhaltigen Böden der höheren Regionen.
Kirschwasser wird in Eschenholzfässern gelagert, ist wasserhell, hat einen intensiven, blumigen Kirsch- geschmack und ist mit feinem Bittermandelaroma unterlegt. Für dieses Aroma sind die Kerne verantwort- lich, die mitvergoren werden. Dabei entwickeln sich auch geringe Spuren von Blausäure, doch nur in so kleinen Mengen, dass bei einem Markenbrand keine schädliche Wirkung entsteht.
  Kirschwasser

Aus der Schweiz kommt das Chriesiwasser (der Name leitet sich ab vom franz. Wort cerise, Kirsche). Ebenso bekannt ist der Elsässer Kirsch aus den Vogesen. Aus Jugoslawien stammt der Marascabrand, ein Brand aus der Marascakirsche, das vor allem für die Herstellung von Maraschino verwendet wird.
Kirschwasser trinkt man gekühlt, aber nicht zu kalt - solo, z. B. nach dem Essen oder zum Kaffee oder mit schwarzem Kaffee gemischt als "Kaffee Kirsch". Man braucht es in der Küche, z. B. für Käsefondue, die Schwarzwälder Kirschtorte, zum Verfeinern von Obstsalat und anderen Nachtischen.

Obstbrand aus Zwetschgen

Etwas kräftiger und herber ist das Zwetschgenwasser aus (Herbst-) Zwetschgen, die in Baden Württemberg und Franken wachsen. Zwetschenwasser hat nicht den feinen Bittermandelgeschmack wie Kirschwasser, ist wasserhell und hat in der Regel 40-45 Vol.%. Das berühmteste Zwetschenwasser kommt aus Jugoslawien, ist strohgelb, weil es in Eichenfässern gereift ist, wird in flachen Flaschen verkauft und heißt Slibowitz (Sliva heißt auf jugoslawisch Pflaume). Der Geschmack ist etwas strenger als beim mitteleuropäischen Zwetschgenwasser, weil mehr Kerne mitverarbeitet werden. Oft nur regionale Bekanntheit haben Brände aus Mirabellen.

Trinktemperatur & Gläser

Edle Wässer und Geiste werden kühl getrunken, aber nicht zu kalt, damit sich das Aroma entfalten kann. Einige Kenner servieren die edlen Klaren kalt, aber in erwärmten Gläsern (vorher in heißes Wasser tauchen), andere servieren sie umgekehrt ungekühlt, dafür aber in eisgekühlten, Gläsern (Gefrierfach). Man trinkt Obstbrände im allgemeinen aus schmalen hohen Gläsern. Edle Brände trinkt man aus Cognacschwenkern oder Tulpengläsern.

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