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Kaffee / Verarbeitung

   
Die Güte des Rohkaffees hängt nicht zulezt vom sorgfältigen Entfernen des Fruchtfleisches ab. Dafür gibt es zwei Methoden. Die trockene und das nasse. Das einfachere und Ursprüngliche Verfahren ist die trockene Aufbereitung. Das Fruchtfleisch der Kaffeekirsche trocknet so lange in der Sonne, bis es leicht entfernt werden kann. Die Kaffeebohnen werden in Schälmaschinen von der Pergament- und Silberhaut befreit und anschließend sorgfältig gereinigt. So erhält man den ungewaschenen Rohkaffee. Die Herstellung des gewaschenen Rohkaffees ist aufwendiger und teurer. Diese Methode wird hauptsächlich für die hochwertigen Arabica-Kaffees, z. B. aus Mittelamerika, angewandt.
 

In Tanks oder künstlichen Gräben werden die Kaffeekirschen mit Wasser von groben Verunreinigungen und anschließend maschinell vom Fruchtfleisch befreit. Die Pergamenthaut der Bohnen darf dabei nicht beschädigt werden, weil die an der Haut haftenden Frucht-fleischreste anschließend in Tanks vergoren werden. So lassen ich die Reste besser entfernen. Erst nach dem zweiten Waschen und Trocknen werden Pergament- und Silberhaut entfernt. Reste des Silberhäutchens haften oft noch in der Kerbe der Bohnen oder schwimmen als helle Teilchen im ungefiltert aufgebrühten Kaffee. Daran kann man erkennen, daß der Rohkaffee naß aufbereitet wurde. Nach beiden Verfahren werden die Kaffee-bohnen maschinell nach Größen sortiert.

Rösten

Das Rösten verleiht dem Kaffee seine braune Farbe und das beliebte Aroma. Es geschieht in geschlossenen Trommeln bei Temperaturen zwischen 200 und 300 Grad. Dabei verdampft fast das ganze Wasser aus den Bohnen, die Zellen springen auf und es entfalten sich Röst-, Bitter- und Farbstoffe.


Röststufen: Von Helle Röstung bis Espresso-Röstung

Mischen

Standardmischungen werden aus verschiedenen Sorten komponiert. In den Probeküchen, der Röstereien, experimentieren die professionellen Kaffeetester so lange, bis sie sich an den Geschmack herangetastet haben, den die Käufer erwarten. Auf diese Weise sollen (trotz der Schwankungen beim Naturprodukt) gleichbleibender Geschmack und gute Qualität sichergestellt werden. Die Auswahl der Sorten beim Mischen und das Röstverfahren entscheiden darüber, ob der Kaffee kräftigen Mocca-Geschmack oder mildes Aroma hat.

Kaffeesorten

Entkoffeinierter Kaffee ist nicht komplett koffeinfrei, obwohl den Bohnen der größte Teil des Koffeins entzogen wird. Der Koffeingehalt sinkt von 1,6 % auf 0,1 %. Das ist die gesetzliche Höchstmenge für entkoffeinierten Kaffee.

Magenschonender Kaffee wird unter erhöhtem Druck hergestellt. Hierbei werden den Bohnen mit Wasserdampf Reiz- und Bitterstoffe entzogen, die bei empfindlichen Menschen Beschwerden an Magen, Leber oder Galle hervorrufen könnten. Dieser Kaffee ist nicht nur bekömmlicher, er ist auch vollwertig in seiner belebenden Wirkung, denn das Koffein bleibt erhalten.

Instantkaffee wurde in der Kaffeeschwemme der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts populär. Brasilien und andere Anbauländer sahen sich nach neuen Märkten für ihre Überproduktion um, und der Instantkaffee kam ins Geschäft. Erfunden wurde er bereits 1909 vom englischen Chemiker G. Washington, der in Guatemala lebte.

Espresso ist ein starker schwarzer und leicht bitter schmeckender Kaffee, der normaler-weise in kleinen Tassen serviert wird. Trotzdem gilt Espresso als eher magenfreundlich. Das ist auf die spezielle Röstung der Bohnen und die besondere Zubereitungsart zurückzuführen, denn in den Espresso-Maschinen wird das heiße Wasser mit großem Druck durch das Kaffeemehl gepreßt.

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